BMR-1

Die Kämpfe in Afghanistan zeigten das Fehlen eines geeigneten Fahrzeuges zum Räumen von Minen. Daraufhin wurde im 482. Konstruktions und Technologie Zentrum in Kiew die BMR-1 entwickelt. 1986 wurde sie in die Bewaffnung übernommen. Basis war die SFL SU-122-54. Das Fahrzeug wurde ursprünglich mit einem Minenräumgerät KMT-5M, verbesserter Panzerung und MG Bewaffnung versehen. Als Bewaffnung diente der Turm des BTR-60 BP mit einem 14,5 mm MG KPWT und einem 7,62 mm MG PKT. Es wurden auch andere Minenräumgeräte, KMT-7 oder KMT-9, verwendet.

Besatzung3 Mann
Marschgeschwindgkeit30 - 35 km/h
Reichweite250 - 300 km
Masse ohne Zusatzausrüstung36,5 t


BMR-1 mit KMT-5
BMR-1



BMR-1 mit KMT-9
BMR-1

BMR-2

Parallel zur Entwicklung der BMR-1 wurde im gleichen Konstruktionsbüro die BMR-2 auf Basis des Panzer's T-55 konstruiert. Die Erfahrungen mit der BMR-1 wurden bei der Entwicklung berücksichtigt. Für die BMR-2 wurde geänderte Ausrüstung verwendet, was ein geändertes Layout des Mannschaftsraumes zur Folge hatte. Der Drehturm des BTR-60 wurde gegen ein 12,7-mm MG NSW ausgetauscht, die Maschine ist mit 81-mm Nebelwerfern versehen. Jetzt wurde das Mineräumgerät KMT-7 eingesetzt, welches auch durch andere Minenräumgeräte ersetzt werden konnte.

Besatzung5 Mann
Länge ohne KMT6,40 m
Breite3,27 m
Maximale Geschwindigkeit beim Minenräumen12 km/h

BMR-2 mit KMT-9
BMR-2

BMR-3

Beim BMR3, nun vom russischen Hersteller Ural Wagon Sawod, wurde eine Wanne des T-72 mit einer gepanzerten Kabine versehen, die Platz für die Besatzung bietet. Neben der Besatzung von 2 Mann kann ein Sperrenräumtrupp von 3 Mann transportiert werden. Der Mannschaftsraum ist mit einer Klimaanlage, Kochstelle und einer Bio-Toilette ausgestattet. Damit ist die Besatzung in der Lage, bis zu 3 Tage autonom zu handeln.

Zum Räumen von Minensperren ist er mit den Minenräumgeräten KMT-7 und KMT-8, die Messersektion, ausgestattet. Hinter dem Besatzungsraum befindet sich eine Ladefläche die für Lasten bis 5 t ausgelegt ist. Auf ihr kann das KMT-7 bei Märschen transportiert werden. Die Maschine ist mit einem einfachen Krangestell und einer 2,5 t Seilwinde ausgestattet, mit deren Hilfe die Besatzung das Mineräumgerät ohne Unterstützung eines Autokranes montieren kann.

Zur Flugabwehr befindet sich auf dem Turm ein ferngesteuertes 12,7-mm MG System "Utes" oder "Kord".

Besatzung2 + 3 Mann
Maximale Geschwindigkeit beim Minenräumen12 km/h
Max. Geschwindigkeit Strasse60 km/h
Max. Geschwindigkeit mit Minenräumgerät auf Feldweg35 - 40 km/h
Masse ohne / mit Minenräumgerät42,5 / 50 t
Reichweite540 km

BMR-3
BMR-3

Die BMR-3M ist die Weiterentwicklung der BMR-3. Basisfahrzeug ist nun der T-90, die Maschine wurde mit reaktiver Panzerung ausgerüstet. Sie verfügt nun mit dem EMT über ein zusätzliches elektro-magnetisches Minenräumgerät.

Besatzung2 + 3 Mann
Maximale Geschwindigkeit beim Minenräumen12 km/h
Max. Geschwindigkeit Strasse60 km/h
Max. Geschwindigkeit mit Minenräumgerät auf Feldweg35 - 40 km/h
Masse ohne / mit Minenräumgerät43,0 / 51,0 t
Reichweite540 km
Motorleistung840 PS
Länge6,92 m
Breite3,78 m
Höhe2,93 m


BMR-3M
BMR-3M

2015 wurde die jüngste Entwicklungsstufe, die BMR-3MA, präsentiert. Äusserlich entspricht die Maschine der BMR-3M. Die wichtigsten Neuerungen bestehen in der Erweiterung der elektronischen Ausstattung des Fahrzeuges.

Basisfahrzeug ist der T-90A. Der Minenschutz der Wanne wurde verstärkt.

Zum Mineräumen können verschiedene Minenräumgerate eingesetzt werden. Es gibt das Minenräumgerat DMR, TMT-K, TMT-S und EMT 7. Die drei Minenräumgeräte DMR, TMT-K und TMT-S können mit dem Minenräumgerät EMT7 kombiniert werden. Die Minenräumgeräte DMR und TMT-S decken die gesamte Breite des Fahrzeuges ab. Das TMT-K räumt nur zwei Spuren vor den Ketten des Fahrzeuges. Das TMT-S verfügt über die Vorrichtung IK. Damit kann eine Wärmesignatur erzeugt werden, die Minen oder Sprengsätze auslösen soll, die auf Wärme reagieren.

BMR-3MA mit TMT-S, in der Mitte Vorrichtung IK, aussen EMT-7
BMR-3MA mit TMT-S, in der Mitte Vorrichtung IK

BMR-3MA, TMT-S
BMR-3MA, TMT-S

Prochod-1

Prochod-1 ist ein Projekt das auf der BMR-3MA basiert. Es handelt sich um eine Maschine die automatisiert oder ferngesteuert Aufgaben erfüllen kann. 2016 durchlief sie die staatliche Erprobung.

Neben der herkömmlichen Arbeitsweise mit Besatzung, gibt es die Möglichkeit das Fahrzeug ferngesteuert oder automatisiert arbeiten zu lassen. Die Steuerung mit Fernbedienung kann bis zu einer Entfernung von 3 km erfolgen. Im Modus Programm wird dem Computer des Fahrzeuges eine Route zum Räumen vorgegeben, die dann selbstständig abgefahren wird. Die Steuerung erfolgt aus einem Koffer auf LKW KamAZ 53601.

Beim Einsatz ohne Besatzung ist die Räumgeschwindigkeit genauso hoch wie beim Räumen mit Besatzung. Auf unbefestigten Wegen kann die Marschgeschwindigkeit bis zu 25 km/h betragen, mit Besatzung 40 km/h.

Es sind zusätzliche Kameras über der Fahrerluke und elektronische Ausrüstung vorhanden.

Prochod-1 mit DMR und EMT7, rechts die Kontrollstation
Prochod-1 mit DMR, rechts die Kontrollstation

Kontrollstation auf KamAZ 53601
Kontrollstation auf KamAZ 53601

Arbeitsplatz des Operators
Arbeitsplatz des Operators