Grabenbagger BTM-4

Die BTM-3 entsprach mit ihren Leistungsparametern, Ausheben von Gräben nur in ungefrorenen Böden und maximale Marschgeschwindigkeit von 35 km/h, nicht allen Anforderungen. Als Nachfolger wurde in den frühen 1970-ger Jahren die BTM-4 entwickelt. Diese kann bis zu Temperaturen von -40 °C Gräben ausheben. Auch erreicht die Maschine Marschgeschwindigkeiten bis 50 km/h.

Von der BTM-4 gibt es mehrere Ausführungen.

Die erste Ausführung war auf Basis der Grubenaushubmaschine MDK-2M aufgebaut. Sie wurde 1976 vorgestellt. Das Schaufelrad stand senkrecht, wie beim Vorgänger BTM-3. Im Gegensatz zur BTM-3 wird das Schaufelrad hydraulisch abgesenkt, der Antrieb erfolgt aber immer noch mechanisch.

BTM-4 erste Ausführung auf MDK-2M
BTM-4

Die zweite Variante, auf Basis des neuen Schleppers MT-T, wurde 1978 vorgestellt. Der pioniertechnische Aufbau enstprach der ersten Ausführung.

BTM-4 zweite Ausführung auf MT-T
BTM-4

Die BTM-4M, auf Basis der MT-T, hat einen veränderten pioniertechnischen Aufbau. Das am Heck des Fahrgestells drehbar gelagerte Schaufelrad wird in der Transportlage um 90° gedreht auf dem hinteren Bereich des Fahrgestells abgelegt. Das Absenken und Drehen des Schaufelrades erfolgt hydraulisch. Der Antrieb des Schaufelrades erfolgt weiterhin mechanisch über einen Nebenantrieb vom Motor über Reduktions- und Winkelgetriebe. Ein hydraulische Kupplung schützt Schaufelrad und Antriebsstrang vor Übelastung. Bei der BTM-3 wurde dazu eine elektro-magnetische Kupplung verwendet.

BTM-4M erste Ausführung auf MT-T in Transportstellung
BTM-4

BTM-4M erste Ausführung auf MT-T in Arbeitsstellung
BTM-4

Die zweite Variante der BTM-4M, hat ein anderes Fahrgestell. Es wird jetzt ein angepasstes Fahrzeug von Typ 2S7M, welches auch für das selbstfahrende Geschütz "Psion" mit 203-mm Kanone verwendet wird, eingesetzt. Der pioniertechnische Aufbau dieser Variante scheint dem der zweiten Variante auf MT-T zu entsprechen. Das 2S7M verwendet viele Komponenten des T-72 und T-80. So stammen der Motor vom T-72, große Teile des Fahrwerks und die Kraftübertragung vom T-80. Der Einsatz des neuen Fahrgestell ist sicherlich eine Folge des Zerfalls der Sowjetunion und der Abspaltung der Ukraine von Russland. Es wurde 1997 von einem Ingenieurbüro in St. Petersburg entwickelt. Die Kabine wurde geändert und auf das Fahrgestell aufgesetzt, sie ist schmaler als die der MT-T. Das Fahrzeug verfügt über eine Funkausrüstung und Anlagen zum Schutz vor Kernwaffen und chemischen Waffen.

Alle Varianten sind mit einem Schiebeschild ausgestattet.

Eine Serienproduktion des Fahrzeuges scheint bisher nicht statt zu finden. Vermutlich haben veränderte Ansichten über den Verlauf zukünftiger militärischer Auseinandersetzungen dazu keinen Anlass gegeben.

Besatzung2 Mann
Maximale Geschwindigkeit50 km/h
Arbeitsgeschwindigkeit
bei gefrorenem Boden
1,5 m Tiefe250 m/h
1,1 m Tiefe300 m/h
bei ungefrorenem Boden
1,5 m Tiefe1000 m/h
1,1 m Tiefe1200 m/h
Tiefe des Grabens1,1 oder 1,5 m
Motorleistung840 PS
Masse43,9 t
Länge10,70 m
Breite3,4 m
Höhe3,7 m
Durchmesser Schaufelrad3,3 m
Breite Schiebeschild4,1 m


BTM-4M auf 2S7M
BTM-4

BTM-4M auf 2S7M
BTM-4

BTM-4M auf 2S7M
BTM-4