Brückenlegegerät-60

Ab 1957 wurde in der DDR an einem Brückenleger auf Basis des T-34/76 gearbeitet. Das gebaute Funktionsmuster dieses Types wurde im Sommer 1964 verschrottet. Zum gleichen Zeitpunkt wurde mit einem anderen Funktionsmuster auf Basis des T-34/85 eine veränderte Verlegeeinrichtung des Brückenlegers getestet und weiterentwickelt. Sie ähnelt der des BLG-60. Bereits 1965 erhielt der Bedarfsträger Pionier der NVA einen Panzer T-55 ohne Turm zur Entwicklung eines Brückenlegers. Das lässt vermuten, daß die Arbeit mit dem zweiten Funktionsmuster die Grundlage für ein neues Projekt eines Brückenlegegerätes auf Basis des T-55 waren.

BLG-34, erstes Funktionsmuster auf T-34/76
BLG-34

Ab 1967 wurde das BLG-60 entwickelt und ab 1969 in die Truppe eingeführt. Gebaut wurde das Fahrzeug beim STAG Genthin, die Brücke baute ein Dessauer Betrieb des SKET Magdeburg. Es wurden ausschliesslich Fahrgestelle des Types T-55A aus der CSSR verwendet. Sie wurden bei ZTS Martin hergestellt und entsprachen denen des MT-55A. Zur Anzahl der gelieferten Fahrzeuge gibt es unterschiedliche Angaben. In verschiedenen Büchern und auf Webseiten ist zu lesen, dass die Fahrgestelle aus Polen stammen würden. Vermutlich wegen der Lizenzproduktion des BLG-60 als BLG-67 in Polen.

Die Brücke wurde im Scherenprinzip vollständig hydraulisch verlegt. Die Verlegeeinrichtung besteht aus Verlegearm, Kipphebel und Ausleger. Der Schwenkzylinder und die beiden Kippzylinder sind mit einem Ende am Kipphebel befestigt, das andere Ende des Schwenkzylinder am Bug des Basisfahrzeuges, das der Kippzylinder am anderen Ende des Auslegers. Der Spreizzylinder befindet sich im kastenförmigen Ausleger. Die Kolbenstange des Spreizzylinder trägt einen Haken, der in eine Seilkausche der Brückenseile einhakt. Magnetische Endschalter sorgen für den Schutz der Verlegeeinrichtung und der Brücke vor Fehlbedienung und ermöglichen die Automatisierung der Abläufe beim Ablegen und Aufnehmen der Brücke. Am Heck des Fahrzeuges befindet sich eine Hecktraverse auf der die Brücke abgelegt wird.

Die Brücke besteht aus vier, je zwei identischen, Halbbrücken. Dreieckslenker und Streben halten die Spurbahnen auf Abstand. Das Aufklappen der Brücke erfolgt mittels Seilzug durch den Spreizzylinder im Ausleger. Ein Seil ist an den gegenüberliegenden Teilen der Brücke verankert. Die Seile werden über Seilscheiben geführt, so daß die Kräfte beim Einfahren des Spreizzylinder umgelenkt werden und die Brückenteile auseinanderklappen. Die Brücke ist eine vollständig geschlossene Stahlkonstruktion, wodurch sie schwimmfähig ist. Der Fahrbahnbelag besteht aus einem körnigen Kunststoff, welcher die Abnutzung der Fahrbahn reduziert.

Durch Modernisierungen entstanden die Versionen BLG-60M und BLG-60M2. Es war, je nach Version, eine einfache oder mehrgliedrige Verlegung möglich. Die Unterschiede werden auf der Seite Versionen gezeigt.

Besatzung2 Mann
Maximale Geschwindigkeit50 km/h
Masse mit Brücke
BLG-60/M40 t
BLG-60M240,3 t
Masse ohne Brücke33,3 t
Masse Brücke
BLG-60/M6,7 t
BLG-60M27,0 t
Abmessungen mit Brücke
Länge10,70 m
Breite
BLG-60/M3,27 m
BLG-60M23,47 m
Höhe3,35 m
Abmessungen ohne Brücke
Länge8,90 m
Breite3,25 m
Höhe2,80 m
Abmessungen Brücke
Länge, gestreckt20 m
Länge, geklappt10,4 m
Fahrbahnbreite
BLG-60/M3,25 m
BLG-60M23,45 m
Breite
BLG-60/M3,27 m
BLG-60M23,47 m
Abstand Spurbahnen0,97 m
Spurbahnbreite
BLG-60/M1,14 m
BLG-60M21,24 m
maximale Breite Hinderniss
BLG-6019 m
BLG-60M36 m
BLG-60M252 m
Tragfähigkeit Brücke
einfache Verlegung50 t
mehrgliedrige Verlegung40 t


BLG-60M2
BLG-60M2

BLG-60M beim Verlegen der Brücke
BLG-60M beim Verlegen der Brücke

BLG-60M bei zweigliedriger Verlegung
BLG-60M bei zweigliedriger Verlegung

BLG-60M2 überquert dreifach verlegte Brücke
BLG-60M2 überquert dreifach verlegte Brücke

BLG-60 Verlegeeinrichtung
BLG-60 Verlegeeinrichtung
17 - Schwenkarm, 4 - Kipphebel, 13 - Ausleger

Brücke BLG-60
BLG-60 Brücke
je ein Seil ist mit dem Enden der gegenüberliegenden Spurbahnhälften verbunden