Unterschiede zum BLG-60

MT-55A

Das BLG-60 wird oft mit dem tschechoslowakischen Brückenleger MT-55A verwechselt. Selbst Betreiber entsprechender Panzer haben da Probleme. Hier beschreibt der Nutzer eines MT-55A den Brückenleger als BLG-60. Oder in einer Puplikation der spanischen Modellbaukooperation Ak Interactive über arabische Grenzkriege zwischen 1980 und 2018 wird der MT-55A beschrieben, aber Bilder des BLG-60 oder BLG-67 gezeigt. Das liegt sicher an der ähnlichen Auslegung durch das gleiche Verlegeverfahren beider Fahrzeuge.

Beide Fahrzeuge haben die gleichen Basisfahrzeuge, sie wurden beim selben Hersteller gefertigt, weisen sonst aber gravierende Unterschiede auf.

Auf der Wannenoberseite sind zwei Abstützungen für die Brücke. Wenn vorhanden ist das Rohr für die Unterwasserfahrt quer angebracht, beim BLG-60 längs zusammen mit einer Klappenkiste für die UF-Ausrüstung. Es können Radabweiser auf der Wannenoberseite befestigt sein. Diese werden auf der Innenseite der Spurbahnen in die vorhandenen Löcher gesteckt und sollen verhindern, dass Radfahrzeuge zwischen die Spurbahnen der Brücke fahren. Beim BLG-60 gibt es nur Einweiserstäbe die bei verlegter Brücke aufgestellt werden. Die beiden Marschverzurrungen haben einen gemeinsamen Anschlagpunkt auf der Wannenoberseite, sie werden an beiden Seiten des Auslegers befestigt. Die Hecktraverse hat nur einen Kegel zur Arretierung der Brücke. Sie hat die beiden großen äusseren, drei kleine Abstützungen im Mittelteil und zwei Abstüzungen nach vorn am Rand der Panzerwanne.

Die Brücke ist eine offene Konstruktion. Der Fahrbahnbelag hat keinen Kunststoffbelag, dafür ein Muster aus Rundprofilen. Die beiden Hälften einer Spurbahn sind mit einem kurzen Spreizseil verbunden, das über Umlenkrollen am Ende der Spurbahn geführt wird. Die Spreizseile der Spurbahnen sind durch ein Joch miteinander verbunden. Beim Aufklappen der Brücke zieht der Spreizzylinder das Joch und spreizt so die Brücke. Die vorderen Kanten der Brücken haben beim MT-55A Rampen zur Auffahrt für Radfahrzeuge, die beim BLG-60 sind glatt.

Die Verlegeeinrichtung sieht komplett anders aus als beim BLG-60. Der Schwenkarm hat ein anderes Profil, der Ausleger ist ähnlich einer Leiter, der Kipphebel ist kürzer. Der Schwenkzylinder und die Kippzylinder sind auf einer Höhe befestigt, beim BLG-60 sind die Kippzylinder unter dem Schwenkzylinder befestigt. Der Spreizzylinder ist am Ende des Auslegers befestigt, er liegt vollständig frei. Beim BLG befindet sich der Spreizzylinder im Ausleger. Die Auflagen für die mehrgliedrige Verlegung sind kleiner als beim BLG-60 und haben keine Gummiauflage. Beim BLG-60M/M2 ist am Ausleger die Schubvorrichtung und am Schwenkarm sind Ausreißseile zum Lösen der verlegten Brücke bei verschlammten Anfahrten befestigt.

MT-55A Wannenoberseite
MT-55A
Abstützungen, Marschverzurrung, Radabweiser hinter rechter Abstützung

Radabweiser, Abstützung
Radabweiser, Abstützung

Schwenkarm, Kipphebel
Schwenkarm, Kipphebel

Schwenkarm, Kipphebel
Schwenkarm, Kipphebel

MT-55A Heck
MT-55A Heck
Hecktraverse, ein Beutefahrzeug der IDF, deshalb gibt es Abweichungen von der ursprünglichen Austattung

MT-55A Brücke
MT-55A Heck
vorn das Führungsseil für das Joch, hinten das Spreizseil

MT-55A Verlegeeinrichtung
MT-55A Verlegeeinrichtung
7 - Schwenkarm, 5 - Kipphebel, 2 - Ausleger, 1 - Spreizzylinder
Der Kippzylinder (4) und der Schwenkzylinder (6) sind falsch eingezeichnet. Die Kolbenstangen sind am Kipphebel befestigt.

Brücke MT-55A
MT-55A Brücke
Joch (10), Führungsseil für das Joch (13), Spreizseil (12)