Obwohl das BLG-60 in der DDR produziert wurde ist über dessen Geschichte und Entwicklung, auch nach dem Ende der DDR, wenig publiziert worden. Ich möchte hier eine Übersicht der Veröffentlichungen über das BLG zusammenstellen.
Herausgegeben 2020 vom Motorbuch Verlag.
Im Buch werden Panzer, Technik auf Panzerbasisfahrzeugen und Hilfsfahrzeuge auf Panzerbasis mit Wort und Bild beschrieben. Tabellen mit technischen Daten ergänzen den Text. Wegen der Vielzahl an Technik musste der Umfang der vorgestellten Technik begrenzt werden. Interessant dabei die Auswahl. Radarstationen auf Basis des Artillerieschleppers AT-T werden vorgestellt, die Pioniertechnik auf Basis dieses Fahrzeuges nicht. Die Amphibienfahrzeuge, die wie die AT-T über Antriebs- und Fahrwerkskomponenten von Panzern verfügen, werden vorgestellt. Hier zeigt sich, wie im Typenkompass des Autors, ein Problem bei der Beschreibung der Halbfähren der GSP-55. Die Seite der Halbfähre wird in Fahrtrichtung angegeben, in beiden Werken werden die Halbfähren in Bildbeschreibungen falsch bezeichnet.
Es werden beide Funktionsmuster des BLG-34, die MTU, das BLG-60 und der BLP-72 vorgestellt. Vom zweiten Funktionsmuster des BLG-34 wird ein mir bisher unbekanntes Foto gezeigt.
2019 wurde das Heft "Fahrzeugprofile Nr. 95 - Brückenleger der NVA" vom UnitecMedia Verlag herausgegeben. Es ist die einzige mir bekannte Publikation, die sich ausschließlich mit diesem Thema befasst.
Kritik soll mit Positivem beginnen: Schön des es ein Heft gibt das sich dem Thema Pioniertechnik der NVA, hier speziell die Brückenleger, widmet. Es beschreibt die in der NVA eingesetzten mechanischen Brücken auf Basis von Rad- und Kettenfahrzeugen mit Text und Bild. Auch Entwicklungsprojekte wie das BLG-34 und der BLP-72 werden erwähnt. Unerwähnt bleiben das BTF-74, TV 1 oder das BLG-Trainingsgerät. Eine Übersicht der technischen Daten der Fahrzeuge ist nicht vorhanden. Viel Platz wird dem MT-55A und der MTU-20 gegeben. Der wäre meiner Meinung besser für die unerwähnte Technik genutzt worden. Ein Foto einer TV 1 mit verlasteter Brücke auf einem Sattelauflieger ist auf Seite 25 oben zu sehen, sie wird aber auch hier nicht genannt. Das Kapitel zum BLP-72 liest sich wie eine Mischung der im Internet verfügbaren Informationen. Ausführlich wird der FAP-172 beschrieben, ein Fahrausbildungspanzer der in der ersten Ausführung aus nicht verwendeten BLP Fahrgestelle gebaut wurde.
Wie einige in den letzten Jahren erschienene Werke, macht auch dieses Heft den Eindruck schnell zusammengesuchter Informationen, ohne deren Plausibilität oder Richtigkeit zu prüfen. Es werden Aussagen gemacht, die sich wegen fehlender Quellenangaben leider nicht überprüfen lassen. Zum Beispiel, dass in Genthin BLG-60 für Polen und die GSSD gefertigt wurden, oder dass sowohl die DDR und die CSSR Brücken für polnische Fahrzeuge gefertigt hätten. Dagegen wird der nachweisbare Einsatz von BLG-60 M/M2 in Bulgarien (Minute 47) und Ungarn nicht erwähnt.
Dieser Eindruck wird durch viele Fehler bei den Bildbeschriftungen verstärkt. Es beginnt mit Schreibfehlern bei der Typenbezeichnung, so wird aus der TMM eine TUM (Einband Innenseite), aus einer Spurbahnbrücke eine Sperrbrücke eines MTV 54 (S. 14 oben). Überraschend für mich sind die Fehler bei den Fotobeschreibungen der BLG-60 M und BLG-60 M2. Dem BLG-60 M2 wird ein separates Kapitel gewidmet, die größeren Unterschiede zwischen BLG-60 und BLG-60 M werden nicht näher beschrieben. Für Modellbauer wären diese Unterschiede sicher sehr interessant.
Fehler bei den Bildbeschriftungen sind zu finden:
| Seite | Fehler |
| 29 unten | es wird ein BLG-60 M2 gezeigt, die Klappenkiste ist für ein BLG-60 M zu weit oben, ein Verladebalken liegt auf dem rechten Waggon |
| 31 unten | das Bild soll ein BLG-60 M2 zeigen, die Brücke und die alten Ketten deuten eher auf ein Trainingsgerät |
| 32 oben | das Bild zeigt ein BLG-60 M, auf dem unteren Foto ist das Gestell der Klappenkisten der Stromverankerung des BLG-60 M2 deutlich zu erkennen, die zusätzliche Verstärkungsstreifen der Brücke nicht |
| 33 oben | wie Seite 32 |
| 35 unten | das Bild zeigt ein BLG-60 M, deutlich an der Position der Klappenkiste der Stromverankerung zu erkennen |
| 37 mitte | es wird geschrieben, daß Finnland 12 Fahrzeuge gekauft hat, finnische Quellen schreiben von 16 |
| 3. Seite Einband unten | gezeigt wird ein FAP-500, beschrieben wird ein Leopard-1 Fahrgestell mit dem pioniertechnischen Aufbau des BLG-60 M2 |
Das Heft lässt Fragen nach dem Verbleib der beschafften Fahrgestelle, selbst bei deren Anzahl gibt es unterschiedliche Angaben, oder dem Verbleib der 200 BLG der NVA unbeantwortet. Der Verkauf von Fahrzeugen an Schweden und Finnland wird erwähnt, aber nicht weiter besprochen. Bei einem Heft das sich speziell mit diesem Thema beschäftigt erwarte ich solche Informationen und keine Ansammlung von Vermutungen und Behauptungen. Vermutlich ist meine Erwartung angesichts des günstigen Preises zu hoch. Für interessierte Leser als Einstieg in das Thema sicher geeignet, auch wegen der vielen interessanten Bildern.
Leider geht der Verlag mit dem Zeitgeist. Bewertungen werden nur veröffentlicht wenn sie ausschliesslich positiv sind. Meine kritischen Bewertungen wurden für dieses Heft, wie auch für Heft 112, das ebenfalls einige grobe Fehler enthält, wie erwartet nicht veröffentlicht. Im Heft 112, über den AT-T und darauf basierende Spezialfahrzeuge, zeigt sich einmal mehr die fehlenden Fachkentniss des Autors über die Pioniere der NVA. In einer Bildunterschrift auf Seite 14 schreibt er, dass die Sektion Pionierwesen an der OHS die Nummer 05 gehabt hätte. Tatsächlich hatte sie die Nummer 06. Auf Seite 26 schreibt der Autor zur PiK-26 des GKM hätten zwei BLG-60 gehört. Während meines Dienstes in dieser Einheit ist habe ich keine Hinweise darauf erhalten.
Herausgeben 2017. In englischer Sprache.
Das Buch ist Teil einer Reihe über die Militärtechnik der Armeen des Warschauer Vertrages. Dieser Band will die Technik der Pioniertruppen, die unmittelbar mit den kämpfenden Einheiten handeln sollten, beschreiben.
In kurzen Abschnitten wird die Technik beschrieben. Tabellen mit technischen Daten ergänzen den Text. Bilder sind nur in geringer Anzahl vorhanden. Es wird eine große Anzahl von Technik, nicht nur sowjetische beschrieben.
Das BLG-60 wird auch hier als Ergebnis der Zusammenarbeit von Polen mit der DDR beschrieben. Das BLG-67 soll die Weiterentwicklung in den späten 1970-ger Jahren sein. Die technischen Daten sind im großen Umfang inkorrekt. Ein Bild gibt es nicht.
Das "Büchlein", 114 Seiten stark, ist für mich eine Enttäuschung. 25 Jahre nach der Auflösung des Warschauer Vertrages sollte es einem Autor möglich sein, korrekte Informationen zum geplanten Werk zu recherchieren. Nicht nur der Artikel zum BLG-60, das gesamte Buch ist voller Fehler. Es wird Technik aufgeführt die erst nach der Auflösung des Warschauer Vertrages entwickelt wurde. Der Autor bezeichnet teilweise die beschriebene Technik falsch oder mit NATO-Bezeichnungen. Auch ist Technik, die bei den Armeen des Warschauer Vertrages keine Pioniertechnik im vorher genannten Sinne ist, beschrieben. Line of Communication Bridges, zBsp. Eisenbahnschwimmbrücken die in der NVA bei den Rückwärtigen Diensten genutzt wurden oder Bergefahrzeuge werden beschrieben.
Das Buch macht auf mich nicht den Eindruck als hätte der Autor viel Wert auf die Korrektheit seiner Daten gelegt. Eher scheint ein schnelles Ergebniss, ohne viel Aufwand das Ziel gewesen zu sein. Ebenso wie die wenigen Bilder alle frei nutzbare Bilder aus dem Internet sind, scheint es auch für die Texte die Quelle zu sein.
In Anbetracht des geringen Preises des Buches, für das Ebook ist zwischen 2,99 € und 3,99 € zu bezahlen, ist vermutlich nicht mehr zu erwarten.

Die Übersetzung der markierten Bereiche: "Zu dieser Zeit fand in Martina die Produktion der Série Patchwork statt und Modellstücke ohne Brückendeck für die DDR, wo sie die Brückenkonstruktion selbst installierten." und "Die DDR nahm dann nur noch die Fahrgestelle selbst in Höhe von 458 Stück mit."
nach obenDie mir vorliegende Broschur-Ausgabe des Taschenbuches der Panzer als Sonderausgabe der 7. Edition des Bernard & Graefe Verlags ist 1990 herausgegeben worden.
Das Taschenbuch, in englischer Sprache verfasst, bietet eine Übersicht der zum Erscheinungzeitsraum weltweit eingesetzten Panzer und der darauf basierenden Fahrzeuge. Im Teil 1 werden die Fahrzeuge, nach Herstellerland und Klassifizierung sortiert, beschrieben. Die Beschreibung enthält eine Auflistung der Varianten und Prototypen, eine kurze Zeitlinie und Ausfzählung der Eigenschaften und Besonderheiten und die Einsatzländer. Fotos und Zeichnungen im Massstab 1/87 ergänzen die Beschreibung. Teil 2 enthält Tabellen mit den technischen Daten der Fahrzeuge. Alle Fahrzeuge werden nach NATO-Standards eingestuft und bezeichnet. Viele Bezeichnungen und Typenansprachen auf den Fotos der Fahrzeuge des ehemaligen Warschauer Vertrages sind inkorrekt.
Bei den Spezialfahrzeugen zeigen sich die Schwierigkeiten bei der Zuordnung. Brückenleger und Bergefahrzeuge werden alle der Sowjetunion als Herstellerland zugeordnet. Lizenzfertigungen werden im Buch generell beim Original gelistet. Da aber die Brückenleger, Berge- und Kranpanzer eigenständige Produkte sind, ist diese Zuordnung nicht korrekt. Es wird ein MTU-3 gelistet, der ein 1970 vorgestellter Nachfolger des in der CSSR hergestellten MT-55 sein soll. Der Export des MT-55A in die UdSSR scheint unvorstellbar. Der MT-55 würde über einen elektro-hydraulischen Antrieb des Verlegesystems verfügen. Das BLG-67 wird Bulgarien zugeschrieben. Im Teil 2 werden nur die technischen Daten des MT-55 und MTU-20 aufgeführt.
Das BLG-60 M2, der DDR zugeordnet, wird als 1960 begonnene Zusammenarbeit der DDR und Polen beschrieben. Auch hier wird geschrieben, das Basisfahrzeug des BLG-60 stamme aus Polen. Die Länge der Brücke des BLG soll 21,6 m betragen. Das BLG-67 sei weitgehend identisch mit dem BLG-60 M2. Die Produktion des BLG-67 in Polen scheint nicht bekannt zu sein.
Ein Bild eines BLG-60 wird gezeigt. In der Bildunterschrift wird es als BLG-60 M2 bezeichnet.
Leider werden spätere Auflagen des Taschenbuchs mit überirdischen, teilweise werden mehr als 100 € gefordert, Preisen gehandelt. Falls einer der Leser im Besitzt der 8. Auflage aus dem Jahr 2000 ist, würde ich mit über eine Information zum Thema Brückenleger aus der Sowjetunion freuen.





